Meisterwerkstatt

Waldkircher Orgelbau

Restaurierung der historischen Welte-Orgel in St.Otmar / Hochmössingen

In der Hochmössinger Kirche steht eine bedeutende Orgel aus dem Jahr 1943: Erbaut von der Freiburger Firma M. Welte & Söhne. M. Welte & Söhne war, neben dem Bau von Kirchenorgeln, auch einer der größten Hersteller von selbstspielenden mechanischen Musikinstrumenten seiner Zeit. Unsere Arbeiten umfassen die grundlegende Reinigung, die fachgerechte Restaurierung vieler Orgelteile und die Überarbeitung der Orgelelektrik nach den neuesten Sicherheitsrichtlinien für elektrische Anlagen im Orgelbau.

Die Hochmössinger Welte-Orgel birgt einen besonderen »Schatz«: eine eingelagerte Celesta1 – allerdings im bedauernswert schlechten Zustand. Sie soll in einem zweiten Projektabschnitt umfassend restauriert und wieder spielbar gemacht werden.

1 eine Celesta klingt wie ein Glockenspiel. Zur Klangerzeugung werden Stahlplatten, ähnlich wie beim Klavier, mit Hämmern angeschlagen. Die Bezeichnung „Celesta“ stammt aus dem französischen „céleste“ , und bedeutet so viel wie „himmlisch“.

Unser Orgeltagebuch

Zwei Register im Pedal sind eingabaut: Violon 16' und Subbass 16'. Ab kommender Woche wird OBM Heinz Jäger die Orgel intonieren.

Die längste Pfeife der Orgel: Großes E im 16' Violonbass.

Wir beginnen mit dem Einbau der ersten Metallpfeifen im Hauptwerk.

Historische Orgelteile im neuen Glanz.

Die überarbeiteten Spieltischteile haben wir vor Ort wieder zusammengebaut.

Die Spieltischkonsolen haben wir in unserer Werkstatt komplett überarbeitet.

Die Tonventile in den Prospektladen haben wir neu angeschlossen.

Wir verlegen die neuen Masseleitungen. Die bisherigen Leitungen waren ohne Isolierung direkt auf das Holz geschraubt - die haben wir alle entfernt. Ab kommender Woche werden wir anfangen, den Spieltisch wieder zusammenzubauen.

Doyun hilft beim Einbau der neuen Orgelkabel.

Die Klangplatten sind original erhalten. Ein erster Versuch zeigt dass diese gut in den ursprünglichen Zustand zurück zu bringen sind. Der Klang ist somit authentisch wieder her zu stellen.

Gut zu erkennen: Die zerfressenen Lederbälgchen für die Anschlaghämmerchen.

Die ursprünglichen Magnete und Steuerlade.

Teile der Spielmechanik der Celesta-

Der historische  Unterdruck-Windmotor auf dem Dachboden.

Dachbodenfund 2015....

...warum die wunderbare Celesta bei der Überarbeitung in den 60er Jahren entfernt wurde bleibt unbekannt umd unverständlich.

Die alten Leitungen und die in die Jahre gekommenen Lampen haben wir aus der Orgel entfernt.

Das neue Revisionslicht ist eingebaut. Das moderne LED-Licht leuchtet die Orgel hervorragend aus und erleichtert so das Arbeiten in und an der Orgel enorm.

Nicht mehr sicher: extrem korridierte Masseklemmen aus den 40er Jahren des letzen Jahrhunderts. Sie werden durch neue, moderne Zugferklemmen ersetzt.

Die Orgel ist komplett ausgeräumt. Es werden nun alle zugänglichen Teile sorgfältig gereinigt.

Neue, sichere Installationstechnik für die Orgel. Die alten Teile wurden komplett entfernt.

Die Bälge sind fertig und können wieder in die Orgel eingebaut werden.

Vor der Restaurierung: eines der beiden Rollventile. Sie dienen der Druckregulierung.

Nach der Restaurierung: das Dichtungstuch wurde erneuert und das Gehäuse neu papiert.

Der pneumatische Apparat für die Schwellermechanik ist in unserer Werkstatt und wird komplett zerlegt und wieder funktionstüchtig gemacht.

Das alte Leder der zwei großen Hauptbälge wurde komplett entfernt. Orgelbauer Frieder Asch hat neue Balgleder zugschnitten und baut die Bälge wieder zusammen.

Mittelgroße Pfeifen werden in Pfeifenhaltern senkrecht bis zum Wiedereinbau durch OBM Heinz Jäger auf der Empore gelagert.

Die Ausbauarbeiten gehen gut voran: wir beginnen mit dem Ausbau der Pfeifen aus dem Hauptwerk.

Das alte Balgleder wurde entfernt. Nun werden wir die Leder neu richten und die Bälge wieder zusammenbauen.

Unser Auszubildernder Stefan entfernt in unserer Werkstatt das Papier von den Bälgen. Es dient als zusätzliche Dichtung und war in der damaligen so üblich.

Die Registereinschaltbälge werden von uns ausgebaut und ebenfalls zur Restaurierung in unsere Werkstatt gebracht.

Das Spaltleder aller Tonventiltaschen werden mit einem Spezialpflegemittel behandelt.

Ein Blick unter die Windladen ins Unterghäuse. Wir haben alle Bälge ausgebaut und in die Werkstatt gebracht. Sie werden neu beledert und neu papiert.

Viele der Stimmvorrichtungen der gedeckten Pfeifen sitzen sehr fest und müssen vorsichtig herausgezogen werden. Danach werden sie sorgsam gereinigt und wieder gangbar gemacht.

Alle Pfeifen aus dem Schwellwerk sind ausgebaut. Die Schwelltüren werden über einen pneumatischen Apparat angesteuert. Dieser arbeitet nicht mehr zuverlässig. Er wird von uns ausgebaut und zur Restaurierung in unsere Werkstatt nach Waldkirch gebracht.

Registerweise werden die Pfeifen aus der Orgel ausgebaut.

Orgelbaumeister Dietmar Grether prüft ausgebaute Metallpfeifen und führt ggf. Reparaturen durch.

Parallel zu den Arbeiten am Pfeifenwerk und den Orgelteilen, ersetzen wir viele Teile der Orgelelektrik. Sie ist in die Jahre gekommen und entspricht in keinster Weise den heutigen Sicherheitsstandards. Die Tonmagnete werden mit neuen, speziell von uns entwickelten Anschlüssen ausgestattet.

Ein Blick auf den Stock der Zymbel im Schwellerk verrät: es gibt viel zu tun, auch am Pfeifenwerk.

Die Orgelelektrik ist zum Teil sehr alt. Wir entfernen unsichere Leitungen und ersetzen sie gegen moderne Installationstechnik.

Unser Auszubildender Magnus reinigt die Holzpfeifen aus einem Pedalregister. Dazu werden die Vorschläge abgeschraubt, ausgesaugt und sorgsam gereinigt.

Die Pfefen des Pedalwerks sind komplett ausgebaut. Gut zu erkennen: die Wandfarbe wurde beim letzen Anstrich "um die Pfeifen herumgemalt".

Die Celesta (nicht mehr an die Orgel angeschlossen) arbeitete mit Unterdruck. Dieser wurde mit einem eigenständigen Windsystem erzeugt. Die Teile sind noch vorhanden, allerdings nicht mehr funktionsfähig.

Mitte der 80er Jahre wurde die alte Balganlage außer Betrieb genommen. Die alten Teile sind noch auf dem Dachboden der Kirche vorhanden. Eine Restaurierung wäre möglich - allerdings wegen der zur erwartenden hohen Kosten derzeitig nicht geplant.

Die Pfeifen sind sehr verstaubt. Dieser wird sorfältig mit einem Spezialreiniger entfernt. Zudem wird die Stimmvorrichtung geprüft, das Dichtungsleder mit Pflegemittel behandelt und wieder gängig gemacht.

Unserer Aufgabe ist es, alle Pfeifen auszubauen, zu reinigen und ggf. zu reparieren. Die ersten Pfeifen des Pedals sind ausgebaut und werden von uns gereinigt.

Die Gebläseumhausung ist nicht mit einem Brandschutz ausgestattet, und wird aus diesem Grund durch einen neuen ersetzt.

Die Klaviaturen haben wir ausgebaut und in unsere Werkstatt nach Waldkirch zur weiteren Bearbeitung gebracht.

Zur besseren Zugänglichkeit zur Orgel während unserer Arbeiten entfernen wir das seitliche Gehäuseteil.

Montag, der 8.Juli 2019: Unsere Arbeiten beginnen mit toller Unterstützung durch Herrn Seepold und Herrn Fehrenbacher aus der Gemeinde.


Kath.Kirchengemeinde St.Otmar
Kirchstr.3
78727 Hochmössingen
Tel. 07423/3435
Fax 07423/951260

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